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Österreichs Immo-Märkte profitieren nur bedingt von Reindustrialisierung

von Charles Steiner
24. Februar 2026
in Österreich
Durch die geopolitischen Spannungen setzt in Europa eine Reindustrialisierungswelle ein - doch Österreich hinkt hinterher. Foto: pixabay.com

Durch die geopolitischen Spannungen setzt in Europa eine Reindustrialisierungswelle ein - doch Österreich hinkt hinterher. Foto: pixabay.com

Aberdeen-Studie sieht Deutschland und Nordwesteuropa vorne – Industrie- und Logistikimmobilien im Fokus der wirtschaftlichen Resilienz.

Die geopolitische Lage führt in Europa zu einer Reindustrialisierungswelle, Österreich hinkt diesen Entwicklungen allerdings hinterher: Laut der jüngst veröffentlichten Studie „Real estate: Europe’s economic revival depends on industrial property“ von Aberdeen Investments zählen Österreichs Immobilienmärkte zu den Nachzüglern bei den erwarteten Effekten der europäischen Reindustrialisierungswelle. Während Deutschland, die Niederlande, das Vereinigte Königreich, Frankreich und Spanien als besonders gut positioniert gelten, werden Österreich, Italien, Belgien, Portugal und Finnland im Ranking weiter hinten geführt.

Hintergrund der Studie: Die Reindustrialisierung Europas wird durch geopolitische Spannungen, Lieferkettenrisiken sowie steigende Verteidigungs- und Infrastrukturinvestitionen beschleunigt. Im in der Studie angeführten „European industrial market assessment“ liegt Österreich mit einem durchschnittlichen Score von 2,5 auf Rang 12 von 14 und damit in der Gruppe der Nachzügler. An der Spitze liegt Deutschland mit einem durchschnittlichen Score von 4,7 und Topbewertungen in acht von zehn Kategorien. Dahinter folgen die Niederlande (4,1), das Vereinigte Königreich (3,9), Frankreich und Spanien.

Relevant ist die europäische Reindustrialisierung vor allem in den Segmenten Logistik und Industrie. Damit verbunden erwartet Aberdeen für Industrie und Logistik „stärkere Cashflows“, „robustes Mietwachstum“ sowie Vorteile für urbane Standorte mit Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften. „Das Mietwachstum dürfte die Inflation langfristig deutlich übertreffen“, so Craig White, Head of European Real Estate Research, Aberdeen Investments.

Craig Wright: „In einer unsicheren, zunehmend fragmentierten Welt, in der sich Allianzen verschieben und Lieferketten zunehmend unter Stress geraten, benötigen Länder und Regierungen Resilienz.“ Entscheidungsträger priorisierten daher den Ausbau nationaler und regionaler Kapazitäten. Die Studie verortet die Reindustrialisierung auch in einem Umfeld veränderter Wirtschaftspolitik. Fiskalische Initiativen für Verteidigung und Infrastruktur seien demnach zentral für Resilienz und würden Wachstum deutlich beeinflussen.

Als wesentliche strukturelle Treiber nennt Aberdeen Nearshoring und E-Commerce. Nearshoring sei durch den Wunsch nach diversifizierten Lieferketten und geringeren Abhängigkeiten getrieben. Zugleich wird ein Comeback des E-Commerce als Nachfragefaktor für Lager- und Distributionsflächen beschrieben: Die Wachstumsraten kehrten in eine stabilere Bandbreite zurück, wodurch mittelfristig zusätzlicher Flächenbedarf entstehen könne.

Im Ländervergleich stuft Aberdeen in dieser Hinsicht Österreich in mehreren Kategorien niedriger ein, insbesondere bei „Nearshoring potential“, „Defence & security“, „E-commerce penetration“ und „Return forecasts“. Damit zählt Österreich in der Gesamtbewertung zu jenen Märkten, die weniger zusätzliche Nachfrage aus Reindustrialisierungstrends abschöpfen dürften.

Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass das Investitionsgeschehen nicht nur von Nachfrage, sondern auch von Angebot geprägt ist: Europa fehle es an „required space, both in terms of volume and quality“, um einen industriellen Aufschwung zu tragen. Wright betont zudem Flächenkonkurrenz in Städten: „Angesichts des Drucks, zusätzliche Flächen für den Wohnungsbau zu finden, werden wir in unseren Großstädten keine weiteren Flächen für Industrie und Logistik ausweisen.“

Die Analyse bewertete 14 europäische Länder anhand von zehn wirtschaftlichen und immobilienbezogenen Faktoren, darunter Resilienz, Industrie- und Logistikstruktur, Nearshoring-Potenzial sowie Verteidigungs- und Infrastrukturinvestitionen. Industrie- und Logistikimmobilien gelten dabei als zentrale Triebkräfte für wirtschaftliche Stabilität und Wachstum.

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