Preissteigerungen drücken reale Kaufkraft – Einzelhandel verzeichnet im April 2026 inflationsbereinigt ein Minus von 2,1 Prozent.
Die Umsätze des österreichischen Einzelhandels sind im April 2026 trotz eines leichten nominellen Wachstums inflationsbereinigt zurückgegangen. Nach vorläufigen Daten von Statistik Austria stiegen die Umsätze gegenüber dem Vorjahresmonat nominell um 0,6 Prozent, real – also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung – ergab sich jedoch ein Rückgang von 2,1 Prozent. „Im April 2026 hat der österreichische Einzelhandel nominell um 0,6 Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet als im April des Vorjahres. Aufgrund der gestiegenen Preise ergab dies unter Berücksichtigung der Inflation jedoch ein Minus von 2,1 Prozent“, erklärte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Besonders deutlich zeigte sich die Entwicklung im Handel mit Nicht-Nahrungsmitteln. Dieser verzeichnete sowohl nominell als auch real rückläufige Umsätze. Nominal lag das Minus bei 1,0 Prozent, real bei 2,3 Prozent. Der Lebensmitteleinzelhandel erzielte hingegen nominell ein Umsatzplus von 1,4 Prozent, real gingen die Umsätze jedoch um 0,6 Prozent zurück. Ein Grund für die Entwicklung könnte laut Statistik Austria auch in der unterschiedlichen Lage des Ostergeschäfts liegen. Während die Osterfeiertage im Vorjahr vollständig in den April fielen, verteilten sie sich 2026 teilweise auf den März.
Besonders stark fiel die Differenz zwischen nomineller und realer Entwicklung bei Tankstellen aus. Aufgrund gestiegener Treibstoffpreise erhöhten sich die Umsätze gegenüber April 2025 nominell um 9,1 Prozent. Inflationsbereinigt ergab sich jedoch ein Rückgang von 12,5 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Tankstellen lag der Umsatz des Einzelhandels nominell lediglich um 0,1 Prozent über dem Vorjahreswert, real ergab sich ein Minus von 1,5 Prozent.
Im März hatte sich die Situation im Handel noch deutlich positiver dargestellt. Nach endgültigen Daten von Statistik Austria stiegen die Umsätze im gesamten Handel gegenüber dem Vorjahr nominell um 6,8 Prozent und real um 3,7 Prozent. Der Kfz-Handel verzeichnete dabei ein nominelles Plus von 12,2 Prozent sowie einen realen Zuwachs von 10,6 Prozent. Auch der Großhandel entwickelte sich positiv. Hier lagen die Umsätze nominell um 7,2 Prozent und real um 3,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Einzelhandel ohne Kraftfahrzeuge wurde ein nominelles Umsatzplus von 3,4 Prozent erzielt, real entsprach dies einem Anstieg von 1,2 Prozent.
Neben den Handelsdaten veröffentlichte Statistik Austria auch Zahlen für den Dienstleistungsbereich. Die österreichischen Dienstleistungsunternehmen steigerten ihre Umsätze im März 2026 nominell um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die stärksten Zuwächse wurden in den Bereichen Verkehr und Lagerei mit 4,0 Prozent sowie Grundstücks- und Wohnungswesen mit 3,8 Prozent registriert. Rückläufig entwickelten sich hingegen Beherbergung und Gastronomie, wo die Umsätze um 1,9 Prozent sanken.






