Im ersten Halbjahr 2026 wurden am Wiener Zinshausmarkt laut Otto Immobilien rund 418 Millionen Euro umgesetzt. Zwei Drittel des Transaktionsvolumens entfielen auf die Bezirke innerhalb des Gürtels, während der Durchschnittspreis stabil blieb.
Der Wiener Zinshausmarkt hat sich im ersten Halbjahr 2026 zunehmend auf die inneren Bezirke konzentriert. Nach Angaben des aktuellen Zinshaus-Marktberichts von Otto Immobilien entfielen 67,3 Prozent des Transaktionsvolumens auf Lagen innerhalb des Gürtels. Im ersten Halbjahr 2025 waren es noch 54,5 Prozent. Insgesamt wurden rund 418 Millionen Euro umgesetzt.
Damit lag das Transaktionsvolumen um drei Prozent unter dem zweiten Halbjahr 2025 mit rund 430 Millionen Euro. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 mit rund 513 Millionen Euro entspricht das einem Rückgang um 18 Prozent. Die Zahl der Abschlüsse sank im Jahresvergleich von 151 auf 106 Transaktionen.
„Zwei Drittel des Volumens werden heute innerhalb des Gürtels umgesetzt – Kapital konzentriert sich auf Lagen und Objekte mit Qualität und klarer Perspektive“, sagt Philipp Maisel, Leiter Investment bei Otto Immobilien. Während die Zahl der Transaktionen innerhalb des Gürtels um acht Prozent zurückging, betrug das Minus in den Außenbezirken 41 Prozent.
Besonders deutliche Zuwächse beim Transaktionsvolumen verzeichneten der 6. Bezirk mit einem Plus von 42 Millionen Euro sowie der 4. Bezirk mit zusätzlichen 20 Millionen Euro. Die stärksten Rückgänge gab es im 9. Bezirk mit minus 48 Millionen Euro, im 12. Bezirk mit minus 26 Millionen Euro sowie im 16. Bezirk mit minus 25 Millionen Euro.
Der durchschnittliche Quadratmeterpreis blieb laut Otto mit 3.269 Euro stabil. Bei den Einstiegspreisen wurden lediglich in sechs der 23 Bezirke Rückgänge registriert. Einfache Gründerzeit-Zinshäuser in durchschnittlichem Zustand werden außerhalb des Gürtels ab 1.426 Euro pro Quadratmeter gehandelt.
„Die Preiskorrekturen sind punktuell und betreffen vor allem Objekte mit einem hohen Anteil an unbefristeten Mietverträgen“, sagt Maisel. Die Durchschnittsrendite für den Wiener Gesamtmarkt erhöhte sich leicht von 3,15 auf 3,20 Prozent. Die Spitzenrendite im 1. Bezirk liegt laut Bericht bei 1,53 Prozent.
Auf Käuferseite dominierten Unternehmen mit einem Anteil von 85 Prozent am Transaktionsvolumen. Auf Privatpersonen entfielen zehn Prozent. Maisel sieht zugleich eine Verschiebung bei der Finanzierung: „Full-Equity-Käufer, die ohne Bankfinanzierung agieren, gewinnen deutlich an Gewicht.“
Der Bestand an Wiener Gründerzeit-Zinshäusern geht unterdessen weiter zurück. Mit Stichtag 12. August 2026 erfasste Otto Immobilien 13.216 Objekte. Im Herbst 2009 waren es noch 15.528. Als wesentlichen Grund nennt das Unternehmen die Begründung von Wohnungseigentum.
Für das zweite Halbjahr erwartet Otto Immobilien eine weitere Konzentration auf die inneren Bezirke und eine stärkere Rolle eigenkapitalfinanzierter Käufer. „Das Fundament ist intakt – knappes Angebot, stabile Nachfrage nach Wohnraum im Gründerzeitbestand, solide Renditen“, sagt Geschäftsführer Eugen Otto. Eine deutliche Erholung des Marktes werde nach seiner Einschätzung allerdings noch auf sich warten lassen.






