Laut einer von Marketagent durchgeführten Studie können sich 62,6 Prozent der Befragten vorstellen, künftig in Wohnimmobilien zu investieren. Kaufpreis, Zustand und Lage sind die wichtigsten Auswahlkriterien, während fehlendes Eigenkapital und hohe Immobilienpreise als zentrale Hürden genannt werden.
Knapp zwei Drittel der Österreicher können sich vorstellen, künftig in Wohnimmobilien zu investieren. Konkret gaben 62,6 Prozent der Befragten einer aktuellen Studie der Raiffeisen Vorsorge Wohnung GmbH (RVW) an, ein entsprechendes Investment grundsätzlich in Betracht zu ziehen. Mehr als drei Viertel bewerten Wohnimmobilien zudem als sichere und attraktive Anlageform sowie als Möglichkeit zum langfristigen Vermögensaufbau.
Für die repräsentative RVW-Immobilienstudie befragte das Marktforschungsinstitut Marketagent Anfang August online 938 Personen im Alter zwischen 20 und 75 Jahren in Österreich. Die Untersuchung wurde anlässlich des 20-jährigen Bestehens der RVW erstmals durchgeführt.
„Die Studie zeigt sehr klar, dass Wohnimmobilien bei den Österreicherinnen und Österreichern weiterhin einen hohen Stellenwert genießen und als sicherer Hafen für Investments wahrgenommen werden“, sagt Marion Weinberger-Fritz, Geschäftsführerin der Raiffeisen Vorsorge Wohnung GmbH. Besonders ausgeprägt sei das Interesse bei jüngeren Befragten.
Bei der Auswahl einer Wohnimmobilie steht für 73,7 Prozent der Befragten der Kaufpreis an erster Stelle. Dahinter folgen der Zustand des Objekts mit 66,9 Prozent und die Lage mit 61,8 Prozent. Die Energieeffizienz wird von 38 Prozent als wichtiges Auswahlkriterium genannt.
Auch bei der beabsichtigten Nutzung zeigen sich unterschiedliche Motive. 36,2 Prozent würden Eigennutzung und Geldanlage kombinieren, 32,7 Prozent eine Wohnimmobilie ausschließlich als Geldanlage erwerben. 23,6 Prozent nennen ausschließlich die Eigennutzung als Motiv. Männer geben mit 38,9 Prozent häufiger die reine Geldanlage an als Frauen mit 25,2 Prozent. Frauen betrachten Immobilien dagegen häufiger als Kombination aus Eigennutzung und Investment.
Die Mehrheit der Befragten erwartet zugleich weiteren Druck am Wohnungsmarkt. 85,5 Prozent gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Wohnungen in den kommenden Jahren steigen wird. 81,6 Prozent rechnen mit einer Wohnungsknappheit in den größeren österreichischen Städten.
Auch unter jüngeren Befragten ist das Interesse am Immobilienerwerb vergleichsweise hoch. 54,7 Prozent der Generation Z planen laut Studie, künftig eine Wohnimmobilie zu erwerben. Gleichzeitig werden finanzielle Eintrittshürden deutlich: 46,2 Prozent nennen fehlendes Eigenkapital, 46,1 Prozent hohe Immobilienpreise als Hindernis.
Bei der Informationsbeschaffung spielen Banken und Finanzberater weiterhin eine wichtige Rolle. 36,1 Prozent der Befragten nennen sie als wichtigste Informationsquelle für Wohnimmobilieninvestments. Bei den Babyboomern liegt dieser Anteil bei 49,8 Prozent. Jüngere Befragte greifen dagegen stärker auf digitale Informationskanäle zurück.
Parallel dazu meldet die Raiffeisen Stadtbank Wien eine höhere Nachfrage nach privaten Immobilienfinanzierungen. Das Wohnbaukreditvolumen sei im laufenden Jahr um 2,6 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro gestiegen. „Wir beobachten aktuell eine steigende Nachfrage insbesondere bei Bestandsimmobilien, Sanierungen und energetischen Verbesserungen“, sagt Christiane Flehberger, Vorstandsdirektorin Privatkunden & KMU bei der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien.






