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2. AI Competence Summit über KI und Software

von Kathrin Hoffmann
17. September 2026
in Digitalisierung, Events, Gewerbe, Österreich, Proptech, Trends & Design
Matt Lee, Innovation Leader Insight AI beim 2. AI Competence Summit. Foto: Kathrin Hoffmann

Matt Lee, Innovation Leader Insight AI beim 2. AI Competence Summit. Foto: Kathrin Hoffmann

Wie verändert künstliche Intelligenz die Immobilienwirtschaft? Welche Anwendungen schaffen echten Mehrwert? Und wo braucht es klare Grenzen? Das zweite AI Competence Executive Summit im Almanac Palais Vienna lieferte spannende Einblicke und neue Denkanstöße.

Künstliche Intelligenz ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Sie analysiert Kundenströme, optimiert Prozesse und macht aus komplexen Daten wertvolle Entscheidungsgrundlagen. Doch je leistungsfähiger die Technologie wird, desto wichtiger ist ihr verantwortungsvoller Einsatz.

Am 15. September begrüßte Gastgeberin Elisabeth della Lucia Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie zum zweiten AI Competence Executive Summit. Unter dem Titel „KI & Software: Lösungen für Immobilien & Bau“ standen konkrete Anwendungen, wirtschaftliche Chancen und gesellschaftliche Herausforderungen im Mittelpunkt.

Wo eröffnet man die nächste Filiale? Und wie lässt sich ihr Erfolgspotenzial bereits vor einer Investition einschätzen? Wolfgang Richter, Eigentümer von RegioPlan Consulting, und Martina Wasserbauer zeigten, wie App-basierte Mobilitätsdaten die Standortanalyse verändern.

Gemeinsam mit dem Technologieanbieter Targomo/Casafari verknüpft RegioData Research Passantenfrequenzen mit Kaufkraft und regionalen Marktdaten. So wird sichtbar, welche Zielgruppen ein Standort erreicht und welches wirtschaftliche Potenzial vorhanden ist. 

Für Retailer zählen dabei drei Faktoren: Frequenz, Kaufkraft und wirtschaftliche Tragfähigkeit. Die Analysen helfen, Expansionsentscheidungen fundierter zu treffen und Investitionsrisiken besser einzuschätzen. Denn die beste Geschäftsadresse ist nicht zwangsläufig jene mit den meisten Passanten – sondern jene, an der Angebot, Zielgruppe und Wirtschaftlichkeit zusammenpassen.

Einen wissenschaftlich fundierten Blick auf die Technologie eröffnete Prof. Dr. Alexander Redlein von der TU Wien, der auch an der Stanford University lehrt. In seinem Vortrag „KI in der Praxis für Unternehmen und Dienstleister – Was geht und was nicht?“ beleuchtete er die Chancen und Risiken zunehmend autonomer Systeme.

Besonders eindrücklich war sein Vergleich mit einem fünfjährigen Kind: Wer unbeirrt ein Ziel verfolgt, ohne Grenzen und Konsequenzen ausreichend zu verstehen, kann dabei Regeln überschreiten. Ähnlich können KI-Systeme Aufgaben erfüllen, ohne deren mögliche Folgen angemessen zu berücksichtigen. Besonders komplex wird dies, wenn mehrere autonome Anwendungen miteinander interagieren.

Auch die Zukunft der Arbeit stand im Fokus. Anhand seiner internationalen Lehrerfahrungen diskutierte Redlein unterschiedliche Einstellungen zu Motivation, Leistung und Eigenverantwortung. Seine Ausführungen machten deutlich: Entscheidend ist nicht allein, was KI kann, sondern wie wir sie einsetzen, kontrollieren und ihre Ergebnisse kritisch hinterfragen.

Wie aus ersten KI-Experimenten skalierbare Anwendungen mit wirtschaftlichem Nutzen entstehen, zeigte Matt Lee, Innovation Leader Insight AI. Manuelle Datenerfassung, Excel-Listen und aufwendige Auswertungen kosten Zeit. Intelligente Software kann Informationen aus unterschiedlichen Systemen zusammenführen, Engpässe frühzeitig sichtbar machen und Ressourcen gezielter planbar machen.

Gerade für die Immobilienwirtschaft eröffnet dieser Ansatz neue Möglichkeiten, betriebliche Abläufe zu verbessern und vorhandene Kapazitäten effizienter einzusetzen. Der Fortschritt liegt nicht darin, immer mehr Daten zu sammeln, sondern aus ihnen die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Drei Vorträge, unterschiedliche Perspektiven und eine zentrale Erkenntnis: Der wirtschaftliche Nutzen künstlicher Intelligenz entsteht dort, wo Unternehmen geeignete Anwendungsfelder erkennen und menschliches Fachwissen mit intelligenten Werkzeugen verbinden.

Die Initiatoren von AI Competence, Elisabeth della Lucia, Kathrin Anna Hoffmann und Phillip Wallner, freuen sich bereits auf das dritte AI Competence Executive Summit am 2. Dezember 2026. Im Mittelpunkt stehen dann Cloud-Technologien und die digitale Souveränität Europas. Wer kontrolliert unsere Daten? Auf welcher Infrastruktur entsteht Europas digitale Zukunft? Und wie sichern wir unsere technologische Unabhängigkeit?

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und den nächsten spannenden Austausch!

Tags: AI Competence SummitAlexander RedleinAlmanacInsightMatt LeePhilipp WallnerRegioPlanTU WienWien
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