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CA Immo: Weniger Cashflow durch Portfoliostraffung

von Charles Steiner
27. August 2026
in CEE/SEE, Deutschland, Gewerbe, International, News, Office, Österreich
Während nicht-strategische Immobilien verkauft werden, baut die CA Immo ihr Portfolio aus, vor allem in Deutschland. Bild: CA Immo

Während nicht-strategische Immobilien verkauft werden, baut die CA Immo ihr Portfolio aus, vor allem in Deutschland. Bild: CA Immo

Immobilienverkäufe drücken im ersten Halbjahr auf Mieterlöse und FFO I. Like-for-Like-Mieten legen hingegen zu. Konzernergebnis mit 1,4 Millionen Euro im Minus.

Die laufende Straffung des Immobilienportfolios der CA Immo hat sich im ersten Halbjahr 2026 deutlich in den Ertragskennzahlen niedergeschlagen. Die Mieterlöse gingen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um rund 16 Prozent von 124,2 Millionen Euro auf 104,8 Millionen Euro zurück. Hintergrund ist vor allem das infolge umfangreicher Verkäufe verkleinerte Bestandsportfolio. Die vermietbare Fläche reduzierte sich im Jahresvergleich ebenfalls um 16 Prozent.

Auf vergleichbarer Basis entwickelten sich die Mieten hingegen positiv: Die annualisierten Bruttomieterlöse stiegen Like-for-Like um 2,4 Prozent. Die Nettomieteinnahmen beliefen sich nach sechs Monaten auf 90,5 Millionen Euro nach 105,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Rückgang um 14,5 Prozent. Nach Angaben des Unternehmens ist diese Entwicklung in erster Linie auf den Verkauf nicht-strategischer Immobilien im Rahmen des Kapitalrotationsprogramms zurückzuführen.

Auch beim operativen Ergebnis hatte das verkleinerte Portfolio Folgen. Das EBITDA sank um 14,6 Prozent von 89,4 Millionen Euro auf 76,3 Millionen Euro. Die indirekten Aufwendungen konnten gleichzeitig um 11,3 Prozent auf 18,5 Millionen Euro reduziert werden. Der für Immobilienunternehmen relevante nachhaltige Cashflow FFO I lag mit 55,6 Millionen Euro um 11,7 Prozent unter dem Vorjahreswert von 62,9 Millionen Euro. Je Aktie erreichte der FFO I 0,60 Euro nach 0,66 Euro im ersten Halbjahr 2025.

„Obwohl wir nach wie vor in einem schwierigen Marktumfeld agieren, das von wirtschaftlicher Unsicherheit und hohen Zinsen geprägt ist, erzielte CA Immo im ersten Halbjahr 2026 eine stabile operative Leistung“, sagt CEO Keegan Viscius. Das Unternehmen habe eine Vermietungsquote von 94 Prozent aufrechterhalten und gleichzeitig die indirekten Aufwendungen reduziert. Viscius verweist zudem auf ein Like-for-Like-Mietwachstum von 2 Prozent.

Deutlich negativ wirkte sich die Immobilienbewertung aus. Das Neubewertungsergebnis belief sich im ersten Halbjahr auf minus 53,7 Millionen Euro, nachdem im Vergleichszeitraum 2025 ein Minus von 14 Millionen Euro ausgewiesen worden war. Als wesentlichen Grund nennt CA Immo eine leichte Renditedekompression in Deutschland, die sich auf Bestandsimmobilien, Entwicklungsprojekte und Grundstücksreserven auswirkte.

Das Finanzergebnis verbesserte sich hingegen von minus 28,7 Millionen Euro auf minus 17,4 Millionen Euro. Die Finanzierungskosten gingen um 26,2 Prozent zurück, unter anderem infolge der Rückzahlung zweier Anleihen über 350 Millionen Euro im Oktober 2025 und 150 Millionen Euro im März 2026. Unter dem Strich stand dennoch ein negatives Konzernergebnis von 1,4 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2025 hatte CA Immo noch einen Gewinn von 31,3 Millionen Euro erzielt.

Die Portfoliostraffung wird fortgesetzt. Im laufenden Jahr hat CA Immo bisher zehn Non-Core-Liegenschaften mit einem Transaktionsvolumen von rund 270 Millionen Euro verkauft. Dazu zählen zwei Büroimmobilien in Budapest sowie Objekte in Warschau und Berlin. Im dritten Quartal wurden zudem Kaufverträge für drei weitere Immobilien in Deutschland unterzeichnet, deren Abschluss noch 2026 erwartet wird.

Parallel dazu baut CA Immo insbesondere das Portfolio in Deutschland aus. Das Berliner Büroprojekt Upbeat mit rund 35.000 Quadratmetern wurde Ende Juli fertiggestellt und an die Deutsche Kreditbank übergeben. Zwei weitere Berliner Projekte befinden sich in Bau und sollen 2027 fertiggestellt werden. Alle drei Projekte sind vollständig vorvermietet und sollen zusammen annualisierte Bruttomieteinnahmen von rund 27 Millionen Euro generieren. Ihr Immobilienwert wird mit rund 650 Millionen Euro angegeben.

Viscius sieht in dieser Fokussierung die strategische Ausrichtung des Konzerns bestätigt: „Unser Erfolg bei der Veräußerung von Non-Core-Objekten zu attraktiven Preisen hat unser Prime-Portfolio verschlankt und fokussiert, und die bevorstehende Fertigstellung von drei Entwicklungsprojekten in Berlin in den Jahren 2026 und 2027 wird alle relevanten Ertragskennzahlen in Zukunft weiter stärken.“

Zum 30. Juni belief sich das Immobilienvermögen der CA Immo auf rund 4,4 Milliarden Euro, nach 4,7 Milliarden Euro zum Jahresende 2025. Deutschland stellt mittlerweile 75 Prozent des Portfolios, auf die CEE-Region entfallen 20 Prozent und auf Österreich 5 Prozent. Der Büroanteil am Bestandsportfolio liegt bei rund 97 Prozent.

Die Vermietungsquote betrug zum Halbjahresende 94,1 Prozent. Im ersten Halbjahr wurden Mietverträge über rund 82.700 Quadratmeter abgeschlossen. Rund ein Drittel der zum Stichtag leerstehenden Flächen war bereits mit künftigem Mietbeginn vermietet. Für das Gesamtjahr hält CA Immo an ihrem Finanzziel fest. Erwartet wird ein FFO I von mehr als 90 Millionen Euro beziehungsweise 0,97 Euro je Aktie.

Tags: BerlinCA ImmoWarschauWien
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