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Hoher Eigentumswunsch trifft auf strukturelle Leistbarkeitsgrenzen

von Redaktion immobilien investment
9. Februar 2026
in Österreich
Während der Wiener Wohnungsmarkt sich zunehmend dem Vorkrisenniveau annähert, herrscht bei Erstbezugs-Bauträgerwohnungen Flaute. Foto: pexels/Emma Dani

Während der Wiener Wohnungsmarkt sich zunehmend dem Vorkrisenniveau annähert, herrscht bei Erstbezugs-Bauträgerwohnungen Flaute. Foto: pexels/Emma Dani

78 Prozent empfinden Immobilien als kaum noch finanzierbar

Wohneigentum ist für die österreichische Bevölkerung ein zentrales Element der privaten Vermögensbildung. Gleichzeitig verschärfen sich die strukturellen Rahmenbedingungen für den Erwerb von Immobilien zunehmend. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle Immo Investment Barometer von BDO Austria.

Die Key Findings:Grundsätzlich ist die Präferenz zu Wohneigentum sehr hoch: 79% der Befragten würden sich – bei freier Wahl – für eine Immobilie im Eigentum entscheiden. Tatsächlich leben aktuell jedoch nur rund 45% in den eigenen vier Wänden. Die Attraktivität von Eigentum unterstreicht dessen Bedeutung als langfristiger Stabilitäts- und Vorsorgefaktor.

Bernd Winter, Head of Real Estate bei BDO Austria: „Wohneigentum wird von der Bevölkerung nach wie vor als wesentlicher Baustein der privaten Vermögensbildung und Absicherung wahrgenommen. Diese Grundhaltung ist meiner Erfahrung nach bemerkenswert stabil und unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen.“

Marktrealität begrenzt Umsetzung des Eigentumswunschs

Dem hohen Stellenwert von Eigentum steht jedoch eine zunehmend herausfordernde Marktrealität gegenüber. 78% der Befragten sind der Ansicht, dass Immobilien heute kaum noch leistbar sind. Als zentrale Hemmnisse beim Erwerb von Wohneigentum werden insbesondere das hohe Preisniveau, restriktive Finanzierungsvoraussetzungen sowie wirtschaftliche Unsicherheiten genannt. Zusätzlich belasten Gebühren die Investitionsentscheidung.

Mehr als die Hälfte der Befragten beurteilt die aktuelle Verfügbarkeit geeigneter Immobilien als (eher) schwierig bzw. ist zwiegespalten ob der Verfügbarkeit. Entsprechend zurückhaltend ist die kurzfristige Investitionsbereitschaft: Lediglich knapp ein Fünftel der Befragten hält den Erwerb von Wohneigentum innerhalb der nächsten zwei Jahre für wahrscheinlich.

„Die Diskrepanz zwischen Eigentumswunsch und tatsächlicher Umsetzbarkeit nimmt zu. Aus ökonomischer Sicht deutet vieles auf ein strukturelles Problem hin, das sich nicht allein über Zinsentwicklungen oder Konjunkturzyklen lösen lässt“, so Bernd Winter.

Anpassungsstrategien an knappes Angebot

Angesichts der angespannten Rahmenbedingungen zeigen sich potenzielle Käufer zunehmend kompromissbereit. Abstriche werden vor allem beim Baujahr, bei der Größe oder beim Zustand der Immobilie gemacht. Weniger verhandelbar bleiben hingegen Kriterien wie die Nachhaltigkeit des Eigentums, das Vorhandensein eines Gartens bzw. einer Freifläche sowie die Lichtverhältnisse in der Immobilie. Diese Verschiebung verdeutlicht eine zunehmende Rationalisierung der Kaufentscheidungen, ohne jedoch die grundsätzlichen Qualitätsanforderungen an Wohnimmobilien infrage zu stellen.

Preis- und Mietentwicklung weiterhin unter Aufwärtsdruck

Die Erwartungen an die weitere Marktentwicklung sind eindeutig: Rund 80% der Befragten rechnen in den kommenden fünf Jahren mit steigenden Preisen für Wohneigentum. Bei Mietwohnungen ist die Einschätzung noch klarer – mehr als 85% erwarten steigende Mieten. Diese Erwartungen verstärken den wahrgenommenen Handlungsdruck sowohl auf Nachfrageseite als auch auf regulatorischer Ebene.

Gleichzeitig fällt die Einschätzung der langfristigen ökonomischen Bewertung eindeutig aus: Rund zwei Drittel der Befragten halten Wohneigentum über einen längeren Zeitraum für kostengünstiger als Miete. Auch aus individueller Perspektive überwiegt die Präferenz für Eigentum deutlich.

Das BDO Immo Investment Barometer beruht auf einer repräsentativen Konsumentenbefragung unter 1.704 Personen ab 18 Jahren, die im zweiten Halbjahr 2025 von marketagent durchgeführt wurde. Der Bericht wird halbjährlich veröffentlicht und analysiert Einstellungen, Erwartungen und Entscheidungsfaktoren rund um Wohnen, Eigentum und Immobilienmärkte in Österreich

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