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Warimpex zieht sich aus Russland zurück

von Charles Steiner
31. Oktober 2024
in CEE/SEE, Gewerbe, International, Office
Die Warimpex hat sich mit dem Verkauf der Airportcity St. Petersburg vollständig aus Russland zurückgezogen Foto:© Warimpex

Das mittlerweile aufgegebene Russland-Geschäft verursachte für die Jahresbilanz Nachwehen. Foto:© Warimpex

Letztes russische Projekt Airport City St. Petersburg verkauft, vollständiger Rückzug aus Russland abgeschlossen. Fokus wird jetzt auf Polen gelegt.

Warimpex kehrt Russland den Rücken zu: Die Warimpex Finanz- und Beteiligungs Aktiengesellschaft hat mit dem Verkauf ihres letzten verbliebenen russischen Projekts, der Airportcity St. Petersburg, ihren Rückzug vom russischen Markt abgeschlossen, wie der Konzern am Donnerstag mitteilt. Das Unternehmen hielt zuletzt 100 Prozent der Anteile an der Airportcity, die aus drei Bürogebäuden, einem Multifunktionsgebäude, einem Hotel sowie Grundstücksreserven bestand. Mit der Vertragsunterzeichnung, die am Donnerstag erfolgt ist, hat die Warimpex somit alle Anteile und Gesellschafterdarlehen abgestoßen, beim Käufer handelt es sich um einen russischen Investor. Über die finanziellen Einzelheiten wurde Stillschweigen vereinbart.

Allerdings wird der Verkauf das heurige Konzernergebnis negativ beeinflussen, so die Warimpex weiter. Die Transaktion führe zu einem einmaligen Verlust von etwa 76 Millionen Euro, der bereits historische Rücklagen aus der Währungsumrechnung berücksichtigt. Das Konzerneigenkapital wird dadurch um rund 35 Millionen Euro auf etwa 77 Millionen Euro sinken. Im Zuge des Kriegs in der Ukraine sei es „zunehmend herausfordernd geworden, das Projekt in St. Petersburg weiter zu betreiben“, räumte Warimpex-CEO Franz Jurkowitsch ein: „Zuletzt war es uns gelungen, die operativen Tätigkeiten autark über eigenständige russische Tochtergesellschaften zumindest weiterzuführen. Neuentwicklungen auf den bestehenden Grundstücksreserven kamen aber nicht mehr in Frage.“

Der Rückzug gestaltete sich aufgrund der komplexen Marktbedingungen so wie der spezifischen Transaktionsbedingungen rund um Sanktionen als „außerordentlich schwierig“, so Jurkowitsch: „Vor diesem Hintergrund sind wir froh, eine Lösung gefunden zu haben, die nicht nur allen Anforderungen entspricht, sondern es uns nun erlaubt, unsere Projekte in Polen mit voller Kraft voranzutreiben und auch Neues ins Auge zu fassen.“

Mit dem Rückzug aus Russland endet für Warimpex eine Geschichte, die bereits in den 1990er Jahren zurückreicht, als der Konzern dessen erstes Hotel in Ekaterinburg erworben hatte. Später folgten die Projekte angelo Congress und Airporthotel, die 2009 eröffnet und 2015 erfolgreich verkauft wurden. Mitte der 2000er-Jahre lag der Schwerpunkt der Warimpex-Investitionen auf dem Standort St. Petersburg, wo sie mit dem Airportcity-Komplex zahlreiche Büroflächen sowie ein Multifunktionsgebäude mit einer Gesamtfläche von etwa 53.100 Quadratmetern realisierte.

Nun werde sich die Warimpex auf Neuentwicklungen in Polen und Deutschland konzentrieren. In Krakau eröffnete das Unternehmen Ende 2023 das Bürogebäude Mogilska 35, an diesem Standort plant Warimpex, weitere Grundstücke zu entwickeln. Zudem befindet sich das Co-Living-Projekt Chopin in Krakau bereits in der Planungsphase, die Fertigstellung ist für 2026 geplant.

Tags: PolenRusslandWarimpex
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