Uniqa Real Estate wirbt derzeit Kapital für einen geschlossenen Büroimmobilienfonds mit einem Zielvolumen von 600 Millionen Euro ein. Geschäftsführer Thomas Erdmann sieht nach der Preiskorrektur im Gespräch mit immobilien investment ein günstiges Einstiegsfenster – und erwartet zusätzlichen Verkaufsdruck bei Bestandshaltern.
Uniqa Real Estate will mit einem neuen Büroimmobilienfonds externe institutionelle Investoren und Family Offices ansprechen. Im Gespräch mit immobilien investment im Zuge der Expo Real in München bezeichnete Geschäftsführer Thomas Erdmann den aktuellen Markt als günstigen Einstiegszeitpunkt. „Jetzt ist ein hervorragender Zeitpunkt, in gute Immobilien und damit früh in den Zyklus einzusteigen“, sagte Erdmann.
Die Ankaufspreise seien in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Vor allem bei Core- und Core-Plus-Büroimmobilien sieht Erdmann die Preisanpassungen mittlerweile weitgehend vollzogen. „Man kann mittlerweile deutlich günstiger kaufen“, so der Uniqa-Real-Estate-Geschäftsführer.
Der UQA Real Estate Fonds ist als geschlossener Fonds für institutionelle Anleger konzipiert. Geplant ist ein Fondsvolumen von 600 Millionen Euro, wovon 300 Millionen Euro als Eigenkapital eingeworben werden sollen. Die Fremdfinanzierungsquote kann bis zu 50 Prozent Loan-to-Value betragen. Die Mindestzeichnung liegt bei zehn Millionen Euro je Investor. Der Luxemburger Fonds soll gemäß Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung ausgerichtet werden.
Erdmann erwartet, dass in den kommenden Monaten zusätzliche Büroimmobilien auf den Markt kommen. Hintergrund seien unter anderem Refinanzierungslücken bei Bestandshaltern. „Wir kennen die Objekte, die am Markt sind und am Markt kommen werden“, sagte er. Gerade Eigentümer, die in der Niedrigzinsphase zu hohen Preisen gekauft hätten, könnten bei auslaufenden Finanzierungen unter Verkaufsdruck geraten.

Auch bei offenen Immobilienfonds für Privatanleger sieht Erdmann steigenden Handlungsdruck. „Das Damoklesschwert für diese Fonds rutscht mit jeder weiteren Zinserhöhung weiter nach unten“, sagte er gegenüber immobilien investment. Mittelabflüsse und höhere Finanzierungskosten könnten dadurch zusätzliche Verkäufe auslösen.
Der neue Fonds soll in Core- und Core-Plus-Büroimmobilien investieren. Der geografische Schwerpunkt liegt zunächst auf Österreich, Polen und Tschechien, insbesondere auf Wien, Warschau und Prag. Konkrete Objekte nennt Uniqa Real Estate derzeit noch nicht. Der Fonds befindet sich nach Angaben Erdmanns weiterhin im Funding-Prozess.
Uniqa Real Estate begründet den Fondsstart auch mit den höheren Anfangsrenditen. Diese seien in den Zielmärkten gegenüber dem Preis-Peak um bis zu 250 Basispunkte gestiegen. Gleichzeitig komme in Wien, Warschau und Prag derzeit nur wenig neues Büroangebot auf den Markt.






