Standort + Markt: 2024 ohne einzige Neueröffnung – Branche setzt auf Erweiterungen statt Expansion.
Die Zeit neu entwickelter Shoppingcenter ist offenbar vorbei. Erstmals seit Beginn der systematischen Marktbeobachtung im Jahr 1988 blieb der österreichische Shopping-Center-Markt im Jahr 2024 ohne eine einzige Neueröffnung. Abgesehen vom Corona-Jahr 2020 ist dies ein Novum – sowohl klassische Einkaufszentren als auch größere Retail Parks mit über 4.000 Quadratmeter vermietbarer Fläche blieben in ihrer Anzahl unverändert, so eine Analyse von Standort + Markt.
„Die Scheren für das Durchschneiden der Bänder blieben 2024 sprichwörtlich in den Schubladen“, heißt es dazu lapidar in der Standort + Markt-Analyse. Auch kleinere Eröffnungen – wie Fachmarktzentren in Bleiburg oder Pinkafeld mit jeweils unter 2.000 Quadratmeter – fallen nicht in die gängige Definition eines Shopping Centers und flossen daher nicht in die Statistik ein. Die Gesamtzahl der österreichischen Shopping Center blieb damit konstant bei 247. Sie verfügen gemeinsam über eine vermietbare Fläche (GLA) von rund 4,27 Millionen Quadratmetern, generierten laut Schätzung 15,5 Milliarden Euro Bruttoumsatz und zählten 2024 etwa 567 Millionen Besucher.
Zwar blieb 2024 ohne Neubauten, dennoch wurden vereinzelt Investitionen in bestehende Standorte getätigt. So eröffnete die Shopping City Süd einen neuen Entertainment-Bereich, und das GEZ West in Gleisdorf wurde weiter aufgestockt. Weitere Projekte wie Refurbishments im CCA Amstetten oder Umnutzungen ehemaliger kika/Leiner Flächen – etwa im Vario Center Ried – zeigen, dass die Branche sich derzeit stärker auf Modernisierung und Nachnutzung bestehender Flächen konzentriert. Auch die vollständige Wiedereröffnung des Euco Centers Wolfsberg nach Totalumbau im Herbst 2024 zählt zu den wenigen Highlights eines ansonsten ereignisarmen Jahres.
Ein Blick auf die langjährige Entwicklung zeigt den Bruch deutlich: 2005 – das bislang aktivste Jahr – wurden noch 17 neue Center eröffnet. 2024 dagegen: keine. Und auch in der nahen Zukunft ist mit keinem grundlegenden Umschwung zu rechnen. „Die Pipeline ist praktisch leer. Der Fokus liegt klar auf Revitalisierung statt Expansion“, heißt es seitens Standort + Markt. Einige Projekte – wie potenzielle Umnutzungen ehemaliger kika/Leiner-Möbelhäuser in Eisenstadt, Imst, Saalfelden, St. Pölten, Villach oder Wien – könnten mittelfristig neue Impulse bringen, sind jedoch noch nicht baureif.