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Investmentmarkt zwar rückläufig, aber besser als erwartet

von Charles Steiner
2. Januar 2024
in Gewerbe, Österreich, Wohnen
Trotz Einbruchs um ein Drittel lief der österreichische Investmentmarkt besser als erwartet. Foto: pixabay.com

Trotz Einbruchs um ein Drittel lief der österreichische Investmentmarkt besser als erwartet. Foto: pixabay.com

Laut EHL und CBRE sind im Vorjahr knapp drei Milliarden Euro in österreichische Immobilien investiert worden.

Geht man nach den heute veröffentlichten Marktberichten von EHL und CBRE lief das vergangene Investmentjahr zwar deutlich unter den Volumina von 2022, jedoch wesentlich besser als erwartet. So sind im Jahr 2023 trotz anfänglich gedämpfter Erwartungen doch knapp drei Milliarden Euro in den österreichischen Markt investiert worden. Dieser Betrag liegt jedoch unter dem Vorjahresniveau von etwa 4,4 Milliarde Euro und damit um ein Drittel, jedoch zeigte das zweite Halbjahr 2023 eine deutliche Steigerung um 66 Prozent, wobei das dritte Quartal mit großen Bürotransaktionen das stärkste war. Das das Volumen dennoch unter Durchschnitt war, wird hauptsächlich auf die hohe Inflation, die rasch gestiegenen Zinsen und die Insolvenzwelle um die Signa-Gruppe zurückgeführt. Die Unsicherheit auf Seiten von Banken und Investoren führte zu gestiegenen Renditen und einem erheblichen Rückgang der Transaktionen.

Im Vergleich zu anderen Ländern gehöre Österreich jedoch nach wie vor zu den stabilen Immobilienmärkten, sagt Lukas Schwarz, Head of Investment Properties bei CBRE: „Während in vielen anderen europäischen Märkten Rückgänge von bis zu 50 Prozent des Investmentvolumens im Vergleich zu 2022 zu erwarten sind, ging das Transaktionsvolumen in Österreich um 34 Prozent zurück. Das ist ein positives Signal für internationale Investoren, die 2024 voraussichtlich wieder verstärkt in Österreich investieren werden.“

Die Assetklasse Büro dominierte 2023 mit 43 Prozent des Gesamtvolumens, gefolgt von Retail mit 28 Prozent. Residential (Wohnen), das seit 2018 die stärkste Assetklasse war, machte nur etwa 9 Prozent des Transaktionsvolumens aus, während Logistikimmobilien etwa 6 Prozent einnahmen. Die Renditen sind in allen Assetklassen weiter gestiegen und liegen aktuell bei 5 Prozent für Büros und Logistik, sowie bei 4,7 Prozent für Wohnimmobilien. Eine Stabilisierung der Renditen wird für Mitte 2024 erwartet. „Besonders stark von den Preisanpassungen des Marktes betroffen sind immer noch ältere, nicht ESG-konforme Bestandsimmobilien, die den Anforderungen der Investoren bzw. den vorgegebenen EU-Richtlinien hinsichtlich Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung nicht mehr entsprechen. Hier sind aufgrund der notwendigen Investitionen zu Verbesserung der Nachhaltigkeit z.T. signifikante Preisabschläge zu verzeichnen“, so Markus Mendel, Geschäftsführer der EHL Investment Consulting.

Trotz einer Stabilisierung der Zinsen und einer rückläufigen Inflation in den letzten Wochen, zeigt sich die Immobilienbranche optimistisch für 2024. Aktivitäten am Investmentmarkt nehmen zu, Investoren prüfen vermehrt den Erwerb von Objekten, und mit dem neuen Jahr werden Akquisitionsziele neu definiert. Eine schrittweise Schließung der Lücke zwischen den Erwartungen von Käufern und Verkäufern wird erwartet, was auf ein stärkeres Transaktionsgeschehen im Vergleich zum Vorjahr hindeutet, so Michael Ehlmaier, Geschäftsführender Gesellschafter von EHL. Franz Pöltl, Chef der EHL Investment Consulting: „Alles grundsätzlich positive Zeichen für den Markt, jedoch sehen wir beim Preisniveau der gehandelten und in Prüfung befindlichen Immobilien in vielen Fällen immer noch ein starkes Auseinanderklaffen der Erwartungen von Käufer- und Verkäuferseite. Diese Lücke wird sich aber über die nächsten Monate weiter schließen, sodass wir definitiv ein stärkeres Transaktionsgeschehen als im Vorjahr erwarten.“

Tags: CBREEHLEHL Investment Consulting
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