Die ÖBB-Infrastruktur kann den Einkaufs- und Bürokomplex Wien Mitte von einer Investorengruppe um Morgan Stanley erwerben. Der kolportierte Kaufpreis liegt zwischen 600 und 700 Millionen Euro – damit würde der Deal zu den mit Abstand größten Immobilientransaktionen des Jahres zählen.
Wenige Tage vor Beginn der Expo Real in München hat der Aufsichtsrat der ÖBB-Infrastruktur AG grünes Licht für den Ankauf des Immobilienkomplexes Wien Mitte gegeben. Die Transaktion umfasst neben dem Bahnhof auch das Shoppingcenter „The Mall“ sowie die darüberliegenden Büroflächen. Verkäufer ist eine Investorengruppe unter Führung von Morgan Stanley Real Estate Investing. Über den Kaufpreis wurde offiziell Stillschweigen vereinbart.
Bereits seit Juli wird allerdings ein Transaktionsvolumen zwischen 600 und 700 Millionen Euro kolportiert. Sollte sich diese Größenordnung bestätigen, wäre Wien Mitte nicht nur eine der mit Abstand größten österreichischen Immobilientransaktionen des laufenden Jahres, sondern nach bisherigen Medienberichten auch eine der größten Einzeltransaktionen der heimischen Immobiliengeschichte. Der Vollzug steht noch unter den üblichen Bedingungen und benötigt insbesondere die fusionskontrollrechtliche Freigabe der Wettbewerbsbehörde. Das Closing ist für Ende Dezember vorgesehen.
Die ÖBB hatten die Liegenschaft 2005 an die damalige Bank Austria Creditanstalt-Gruppe verkauft. Der heutige Komplex wurde ab 2007 errichtet und 2013 vollständig eröffnet. 2015 ging er an die nun verkaufende Investorengruppe um Morgan Stanley Real Estate Investing. Mit dem Rückkauf werden Bahnanlagen und darüberliegende Immobilie nach mehr als 20 Jahren wieder unter einem Eigentümer zusammengeführt.
Wien Mitte ist mit rund 75.000 ein-, aus- und umsteigenden Fahrgästen täglich der viertgrößte Bahnhof Österreichs. Fünf S-Bahn-Linien, der City Airport Train, zwei U-Bahn-Linien sowie Straßenbahn- und Busverbindungen treffen dort zusammen. Nach Angaben der ÖBB halten täglich 575 Züge am Standort.
Aus Sicht des Bahnkonzerns soll die Zusammenführung künftig die Weiterentwicklung des Verkehrsknotens erleichtern. Bauliche und technische Maßnahmen an Zugängen, Stiegen, Leitungen oder Belüftung mussten bisher mit den Immobilieneigentümern abgestimmt werden. An bestehenden Mietverträgen im Shopping- und Bürokomplex soll sich durch den Eigentümerwechsel nichts ändern.
Bereits Anfang Juli hatte ein ÖBB-Sprecher im Zusammenhang mit den damals noch unbestätigten Verkaufsgerüchten erklärt, der Konzern prüfe „laufend den gezielten Ankauf betriebskritischer und unternehmensnotwendiger Immobilien“, insbesondere bei Objekten entlang des Bahnnetzes mit strategischem Potenzial.






