Das Vienna Research Forum blickt auf zehn Jahre standardisierte Marktdaten für den Wiener Büro-, Logistik- und Industrieimmobilienmarkt zurück. Seit 2016 wurden 40 Quartalsberichte zum Büromarkt und 15 Halbjahresberichte zu Logistik und Industrie veröffentlicht.
Das Vienna Research Forum (VRF) hat sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Rund 80 Gäste kamen zur Jubiläumsveranstaltung in den Räumlichkeiten der Buwog. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung der Immobilienmarktforschung in Wien und die zunehmende Standardisierung von Marktdaten für Gewerbeimmobilien.
Festredner der Jubiläumsveranstaltung war Stephan W. Schmitz von der Oesterreichischen Nationalbank. Er thematisierte die Entwicklung und Professionalisierung des Managements von Gewerbeimmobilien seit dem Jahr 2000. Zudem wurde der kürzlich veröffentlichte Gewerbeimmobilienindex vorgestellt.
Seit dem Start wurden 40 Quartalsberichte zum Wiener Büromarkt sowie 15 Halbjahresberichte zum Logistik- und Industriemarkt veröffentlicht. Ziel des VRF ist es, die Gewerbeimmobilienmärkte in Wien und dem relevanten Umland nach einheitlichen Kriterien abzubilden und damit Vergleichbarkeit für Marktteilnehmer und Investoren zu schaffen.
Die Geschichte des Vienna Research Forum reicht bis 2014 zurück. Der Verein immQu gründete das Forum auf Initiative von Alexander Bosak gemeinsam mit BAR, CBRE, Colliers, EHL, ÖRAG, Otto und Spiegelfeld. In den folgenden zwei Jahren wurde ein einheitliches Klassifizierungssystem für moderne Bürogebäude entwickelt und der Wiener Markt in Teilmärkte gegliedert. „Mit dem Vienna Research Forum Büromarktbericht verfügen wir nun seit zehn Jahren über eine einheitliche Darstellung des modernen Wiener Büroimmobilienmarktes“, sagt Bosak.

Erstmals veröffentlicht wurden die Daten im Herbst 2016 für das zweite Quartal desselben Jahres. Damals umfasste der nach VRF-Kriterien erfasste moderne Wiener Büromarkt rund 5,53 Millionen Quadratmeter, die Leerstandsquote lag bei sieben Prozent. Aktuell weist das VRF einen Bestand von rund 5,95 Millionen Quadratmetern und einen Leerstand von 4,42 Prozent aus. Rund 56,88 Prozent des Bestands entfallen auf Büroflächen der Klasse A, 41,82 Prozent auf Klasse B.
„Das große Asset der VRF-Erhebung ist die Einteilung des Gesamtmarktes in Submärkte“, sagt Elisa Stadlinger von ÖRAG. Dadurch lasse sich anhand von Vermietungs- und Neubauaktivitäten nachvollziehen, wie sich einzelne Teilmärkte entwickeln. Alexandra Bauer von EHL verweist auf die Bedeutung der Daten für die laufende Marktbeobachtung: „Die Erstellung eines Büromarktberichts ohne die VRF-Zahlen ist für uns gar nicht mehr vorstellbar.“
2019 wurde das Modell auf den Industrie- und Logistikimmobilienmarkt ausgeweitet. Dabei wurde auch das Wiener Umland in die Erhebung aufgenommen. „Die Flächen wurden von Wien in das südlich gelegene Industrieviertel ausgelagert“, sagt Lukas Richter von Richter Industriemakler.
Nach Einschätzung von Alexandra Fischer von Otto Immobilien haben die Daten auch in diesem Segment zusätzliche Orientierung geschaffen. „Die publizierten Zahlen zum Industrie- und Logistikmarkt haben den Investoren Sicherheit gegeben und dem Markt ein neues Leben eingehaucht“, sagt Fischer. Martin Denner von CBRE ergänzt: „Die Transaktionen haben seither signifikant zugelegt.“
Beide Research Foren werden heute von Frank Brün geleitet. Eine Ausweitung des Modells auf weitere Bundesländer hält er grundsätzlich für möglich. Voraussetzung sei jedoch eine ausreichende Zahl professioneller Marktteilnehmer mit langjähriger Erfahrung und kontinuierlicher Vermietungsleistung.
Festredner der Jubiläumsveranstaltung war Stephan W. Schmitz von der Oesterreichischen Nationalbank. Er thematisierte die Entwicklung und Professionalisierung des Managements von Gewerbeimmobilien seit dem Jahr 2000. Zudem wurde der kürzlich veröffentlichte Gewerbeimmobilienindex vorgestellt.






