Der Alltag kehrt zurück

Bueroausstatter myhive - Foto:© Immofinanz - Urban Garden

Die Coronapandemie ist noch nicht überstanden, jedoch bringt sie eine Verschnaufpause. Flexibilität und Kreativität sind gefragt.

Die Espressomaschine zischt. Türen fallen zu. Hektik ist bereits am Morgen in den Räumlichkeiten eines Büros in Wien zu spüren. Langsam kehrt hier nach über zwei Jahren wieder der Alltag ein. Doch nicht nur hier – auch in die anderen Büros kommen die Mitarbeiter wieder zurück. Für Ronald ist es heute der erste Tag nach über zwei Jahren, an dem er alle Kollegen seiner Abteilung hier wieder antrifft und sich bei einer Besprechung austauschen wird. „Wir sind uns in dieser Zeit aber nicht fremd geworden“, räumt der 45-Jährige ein und balanciert eine Tasse Kaffee über den Gang, während er jubelt: „Alle strahlen mich heute an – mit oder ohne FFP2-Maske.“

Bueroausstatter myhive Ungargasse Lobby - Foto:© Immofinanz
Bueroausstatter myhive Ungargasse Lobby – Foto:© Immofinanz

Wieder mehr face to face
Viele Büroausstatter haben auf die vorangegangene Kontaktreduktion reagiert – darunter auch die Büromöbelhersteller BENE und Neudoerfler. Beide wollen mit ihren neuen Produktlinien daher wieder mehr Leben in den Büroalltag bringen.
„Das Büro ist eben nicht nur Arbeitsplatz, sondern auch ein Ort der Gemeinschaft. Diese schafft Zugehörigkeit zum Unternehmen und verleiht einer Organisation ihre Identität“, sagt Michael Fried, Geschäftsführer Sales, Marketing & Innovation bei BENE. Funktionale und komfortable Sitzmöglichkeiten der Serie „CASUAL“ sollen die Interaktion unter den Mitarbeitern fördern. Als Inspiration diente den Waidhofnern eine Parkbank, auf der sich Menschen geplant oder zufällig treffen. Gefördert werden sollen durch die neuen Linie einmal mehr die sozialen Kontakte im Büro unter den Mitarbeitern – sei es bei Besprechungen, bei einem Kaffee oder einem Tee.
Mit seinen höhenverstellbaren Tischen der Reihe „Flux E Twin“ soll „mehr Abwechslung in den Büroalltag“ kommen, wünscht sich Heidi Adelwöhrer, Geschäftsführerin des burgenländischen Büromöbelherstellers Neudoerfler. Durch das abwechselnde Arbeiten im Sitzen und im Stehen soll der Körper durchblutet und das Gehirn besser mit Sauerstoff versorgt werden. Konzentration, Produktivität und Kreativität sollen davon profitieren.

Bueroausstatter myhive ungargasse – Foto:© Immofinanz

Ruf nach flexiblen Lösungen
Nicht nur die Büromöbelhersteller, sondern auch die Vermieter von Büros reagieren auf die neue Flexibilität: „myflex“, „mydesk“ und „myroom“ heißen die Mietbürolösungen von myhive, einem Tochterunternehmen der IMMOFINANZ-Gruppe. „Die Mieter kommen aus den unterschiedlichsten Branchen, wobei IT, Digitalisierung, Pharma sowie Unternehmensdienstleister am meisten vertreten sind“, sagt dazu Katrin Gögele-Celeda, Country-Managerin für Österreich. „Die Mieter in unseren Coworking-Flächen binden sich im Durchschnitt über sechs Monate und verlängern bei Bedarf.“ In der Ungargasse und am Wienerberg können die Mieter einen einzelnen Arbeitsplatz, ein eigenes Büro oder auch ein gesamtes Stockwerk individuell gestalten. Services wie Internet, Reinigung und Heizung bis hin zu Pflanzenpflege sind in der monatlichen Pauschale inbegriffen. Die Interesse daran sei ungebrochen groß. Allein im Geschäftsjahr 2021 stieg der Vermietungsgrad in Wien um zwei Prozent, freut man sich bei myhive.

Bueroausstatter 6 Flux E Twintable – Foto:© Neudoerfler

Energiewende im Fokus
Einen wesentlichen Beitrag zum Büroalltag leistet auch effektives Facility-Management. Ohne digitale Unterstützung seien viele Leistungen nicht mehr denkbar. „Schon sehr früh hat man im Facility-Management daher eigene IT-Tools und Werkzeuge für Arbeitsplatzmanagement, Gebäudebetrieb, Instandhaltungs- und Servicemanagement eingesetzt“, erklärt Claudia Laubner, Leiterin der Geschäftsstelle von Facility Management Austria (FMA). Sensorik, smarte Gebäude und BIM-Datenmodelle würden zudem einen noch höheren Digitalisierungs- und Automatisierungsgrad ermöglichen und damit die Nutzungseffizienz von Gebäuden weiter steigern. Intelligente Energiesysteme und Gebäudesteuerungen reduzieren zudem den Energieeinsatz und tragen damit zur Erreichung der europäischen Klimaziele bei, heißt es seitens des Netzwerks.

Bueroausstatter 1 Flux E Twintable – Foto:© Neudoerfler Daniel Gebhart De Koekkoek

FM: Corona wird zum Alltag
Hygiene, Zu- und Abluft sowie die Sicherheit von Gebäuden sind weiterhin Aufgaben, die sich Facility-Manager stellen. „Neben den Möglichkeiten im technischen Gebäudemanagement ist vor allem auch die Gebäudereinigung stärker in den Vordergrund getreten, da die Coronapandemie das Bewusstsein für Hygiene und eine saubere Arbeits- und Wohnumgebung erhöht hat“, betont Werner Moldaschl, Geschäftsführer von WISAG Gebäudetechnik. Die Coronapandemie sei außerdem zu einem Teil des Business Continuity Management Systems (BCMS) geworden. „Bei der WISAG konnten wir durch Steigerungen bei Leistungen wie Sonder- und Desinfektionsreinigungen Rückgänge in anderen Bereichen gut kompensieren.“

Bueroausstatter Bene I Casual – Foto:© bene

Zwischen Home und Office
Dass die Coronapandemie auch einen Digitalisierungsschub bei Firmen auslöste, stellte Haider Shnawa, Geschäftsführer von ShareVision, einem IT-Consulting-Unternehmen mit Sitz in Wien, fest. Alles musste im ersten Lockdown sehr schnell gehen: Zuerst wurden die Mitarbeiter seiner Kunden mit Hardware und technischen Geräten wie Laptops und Smartphones ausgestattet. Dann wurde die notwendige Software darauf implementiert und eingerichtet, damit sie auf die IT-Struktur der Firma sicher und remote zugreifen konnten. Viele seiner Kunden stellten auch die interne sowie externe Kommunikation kurzerhand auf neue Beine, vereinfachten zum Beispiel den Versand von Rechnungen oder Aufträgen. Auch die künstliche Intelligenz zog in den Büroalltag ein: Inhalte von E-Mails (Liebe Grafik, bitte E-Mails nicht über den Zeilenrand trennen. Korr) können heute IT-gestützt gelesen und an die richtige Fachabteilung weitergeleitet werden, ohne dass ein Mitarbeiter eingreifen muss. Doch was nützen all die vielen Lösungen, wenn der Chef seinen Mitarbeitern im Homeoffice misstraut? „Daher ist Vertrauensarbeitszeit bei uns sehr wichtig“, räumt Shnawa ein, dessen eigene Mitarbeiter selbst entscheiden können, ob sie weiterhin im Homeoffice bleiben wollen oder nicht.

Bueroausstatter Bene I Casual 4 – Foto:© bene

Der Herbst kann kommen
„Wie viele andere Unternehmen auch kehren wir langsam zur Normalität zurück“, freut sich Ronald, der selbst entscheiden darf, wann und wie oft er unter der Woche im Büro arbeiten möchte – je nach seinen Bedürfnisse oder Gegebenheiten. Denn mit seinem Laptop kann er von überall uneingeschränkt auf das Firmennetzwerk zugreifen. „Davon profitieren wir alle“, findet er. „Und wir sind dadurch sehr flexibel – egal, was uns im Herbst erwartet.“

Bueroausstattung Haider shnawa – Foto:© privat
Die mobile Version verlassen