Jahresbilanz: Investmentvolumen im Jahr 2024 auf über eine Milliarde Euro gestiegen. Gewinn aufgrund Investitionen und Dekarbonisierung jedoch gesunken.
Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat im Geschäftsjahr 2024 erstmals die Marke von einer Milliarde Euro bei ihren Investitionen überschritten, geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Jahreszahlen hervor. Insgesamt wurden 1,079 Milliarden Euro in Neubau, Sanierung und Instandhaltung österreichischer Liegenschaften investiert. „Erstmals haben wir in einem Jahr über 1 Milliarde Euro investiert. Damit haben wir 11.500 Arbeitsplätze in Österreich gesichert“, erklärte BIG-Geschäftsführerin Christine Dornaus. Die Investitionen flossen zu einem großen Teil in die Erhaltung bestehender Gebäude. Geschäftsführer Gerald Beck betonte: „Mit über 45 Prozent floss ein sehr hoher Anteil der Investitionen in die Sanierung und Instandhaltung von Bestandsgebäuden.“
Die wirtschaftlichen Kennzahlen des Konzerns zeigen ein stabiles Bild: Die Umsatzerlöse stiegen auf 1,533 Milliarden Euro (2023: 1,422 Mrd. Euro), das operative Ergebnis (EBITDA) erhöhte sich auf 880,5 Millionen Euro (2023: 834,5 Mio. Euro). Der Wert des Immobilienportfolios wuchs auf 18,2 Milliarden Euro, der Vermietungsgrad blieb bei 99 Prozent konstant. Die Republik Österreich, vertreten durch die ÖBAG, erhält eine Dividende in Höhe von 206 Millionen Euro.
Trotz der insgesamt positiven Entwicklung fiel der Gewinn der Periode 2024 mit 884,5 Millionen Euro niedriger aus als im Vorjahr (2023: 1,074 Mrd. Euro). Als Hauptgründe nennt das Unternehmen gestiegene Investitionen in die Dekarbonisierung sowie eine geringere Wertsteigerung des Portfolios. „Der BIG Konzern konnte erneut Rekordergebnisse erzielen – und das trotz Rezession und der nach wie vor angespannten Situation in der Bau- und Immobilienbranche“, erklärte Dornaus.
Besonders intensiv investiert die BIG in den Gebäudebestand der Republik. Aktuell werden beispielsweise die Justizanstalt Josefstadt und das Straflandesgericht Wien mit einer Fläche von 100.000 m² thermisch saniert. Laut Beck plant das Unternehmen bis 2040 zusätzlich zwei Milliarden Euro für die Dekarbonisierung seiner Gebäude ein: „Unser Ziel ist, so viele Liegenschaften wie sinnvoll möglich mit lokal vorhandenen, erneuerbaren Energiequellen zu versorgen.“
Auch in den Bildungsbau wurde kräftig investiert. Über 350 Millionen Euro flossen 2024 in den Schul- und Universitätsbau. Der Konzern verweist auf Großprojekte wie den MedUni Campus Mariannengasse in Wien, das Graz Center of Physics sowie das Haus der Physik in Innsbruck. „Wir sorgen dafür, dass die Gebäude der heimischen Universitäten international konkurrenzfähig sind und die besten Köpfe anziehen“, so Dornaus.
Eine zentrale Rolle bei der Wohnraumentwicklung spielt die BIG-Tochter ARE Austrian Real Estate. Trotz rückläufiger Bautätigkeit am Markt konnte die ARE im Jahr 2024 über 600 Wohneinheiten fertigstellen, weitere 1.600 befanden sich in Bau. Beck unterstreicht: „Mit unseren Wohnbauprojekten ermöglichen wir auch die Errichtung von hunderten geförderten Wohnungen.“
Das aktuell größte Stadtentwicklungsprojekt der ARE ist das „Village im Dritten“ im 3. Wiener Gemeindebezirk. Auf elf Hektar Fläche entstehen rund 2.000 Wohnungen, Büroflächen, Kindergärten, eine Schule sowie ein zwei Hektar großer Park. Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist Österreichs größtes Erdwärmenetz mit 500 Tiefensonden, das laut ARE eine nahezu autarke Energieversorgung des neuen Stadtquartiers ermöglichen soll.